Sonntag, 14. Oktober 2007

Der Fluch des Henrik Ibsen

Langsam wird es wirklich unheimlich. Wirklich jedes Semester habe ich etwas mit dem wohl bekanntesten norwegischen Dramatiker zu tun. Henrik Ibsen ist wirklich ein genialer Mensch gewesen, aber es nervt doch wirklich, wenn in den Literaturwissenschaften der Skandinavistik immer wieder dieser Mensch auftaucht.
So bleibt mir dieses Semester nicht einmal die wohl zwischen zwei Kursen, da nur ein Vertiefungskurs Literaturwissenschaft angeboten wird. Der Titel lautet schon verheißungsvoll: "Raum und Bewegung bei Henrik Ibsen". Wenigstens weiß ich darüber etwas und ich werde meine 20seitige Arbeit wohl auch hier schreiben, da der von mir gewählte Kurs in Kulturwissenschaft "Angewandte Medientheorien" lautet und ich noch nicht genau weiß, was da auf mich zukommt.
Morgen werde ich erst einmal zu meinem Praktikum gehen. Mal sehen, was der andere Praktikant so geschafft hat! Ich weiß, ich bin wieder gemein, aber manchmal scheint der einfach nichts zu machen. Naja, mir steht ja noch ein Projekt bevor. Ich soll mich mit einem Kriptologen (ich weiß nicht ob das das richtige Wort ist) treffen. Dieser soll mir dann einige Briefe in deutscher Schrift vorlesen und ich soll sie niederschreiben. Ich wurde allerdings schon von meinem Chef gewarnt. Derjenige soll nämlich stark Pfeife rauchen, mein Chef hat dem Kriptologen aber schon gesagt, dass ich nur Sitzungen von je 3 Stunden machen kann. Länger kann man anscheinend bei dem genannten Mann nicht aushalten. ;-)


vorerst der letzte Bild-Post! (versprochen!)





im Juli bis September 2007 sind diese Bilder entstanden

diverse Bilder









Inspirationen aus Norwegen





Schulbider 2



dies sind noch zwei meiner musischen Ergüsse!

Schulbilder






dies sind ein paar Werke, welche ich in meiner Schulzeit von ca 1999 bis 2002 angefertigt habe

Porträts





Betrunkene Norweger

Das letzte Mal ein alter Artikel von mir (ebenfalls vom März 2007):

Es ist schon ein eigenartiges Völkchen, die Norweger! Von Sonntag bis Donnerstag leben sie fast alkoholfrei. Dafür geht es am Freitag und Samstag so richtig zur Sache. Beginnen tut es am frühen Freitag Abend. Man trifft sich dann mit seinen Freunden zu einem Vorspiel (das ist Norwegisch und bedeutet soviel wie: Vorglühen, Alkohol trinken). Da wird dann fleißig getrunken (meistens Alkoholvorräte aus Urlaubsaufenthalten, oder doch der teure Stoff aus dem Vinmonopol). Wenn man dann kaum noch gehen kann, gegen Mitternacht/ 1 Uhr geht es dann auf die Strasse! ACHTUNG: ALKOHOLKONSUM IN DER ÖFFENTLICHKEIT IST VERBOTEN!!!! Dann wird getanzt und sogar die Norweger fangen dann an zu flirten. Nach der Party (Diskos, Pubs, uä. schließen um 3 Uhr!!) geht es dann auf die Strasse. Die die noch niemanden abbekommen haben, suchen dann verzweifelt noch Anschluss. Alles torkelt auf der Strasse, sowohl Männlein als auch Weiblein. Falls man noch einigermaßen wach ist, geht es dann noch zu einem Nachspiel, wieder Alkohol. Meistens entfällt das allerdings, da die Norweger einfach fertig sind und nicht mehr können.
Am nächsten Tag wird dann erst einmal lange geschlafen. Um fit für den Samstag zu sein, wenn es von neuem losgeht. Dann hat man wieder fünf Tage Erholungszeit!

Das Ärztehaus oder Legevakt genannt

Noch einmal zum Thema Ärzte (zuerst erstellt im März 2007):

Alle, die kein Messer im Bauch haben oder einen Herzinfarkt haben, sei geraten: Geht zur Legevakt!!! Im Krankenhaus werdet ihr abgewiesen! Ich hatte nur Glück im Unglück!
Durch meinen Freund konnte ich die Legevakt auch erkennen. Er fühlte sich sehr unwohl, dachten da aber noch an eine starke Erkältung. Ich bin dann mit ihm zur Legevakt, falls irgendetwas schlimmes ist, außerdem wußte ich, wo sie sich befindet. Die Anmeldung verlief relativ schnell. Alles nötige wurde kopiert. Und dann warteten wir! Und warteten. Ist aber vergleichbar mit Deutschland (nur das man hier ohne Termin ewig wartet und in D einen Termin hat und ewig wartet!) Selbstverständlich wurden dringendere Fälle zuerst bearbeitet. Sah nicht schön aus, das eine Mädel! Irgenwann wurde er jedenfalls aufgerufen und er verschwand hinter einer milchigen Glastür. Nach einer knappen Stunde kam er dann wieder heraus, nach etlichen Tests. Ergebnis war: Eine leichte Lungenentzündung! Dann mußten wir zur Kasse bezahlen, irgendetwas über 250 Kronen. Dann noch schnell zur Apotheke, Antibiotika holen und wieder ab ins Wohnheim! Er war dann auch die nächsten zwei Wochen im Bett und hat vor sich hingeschwitzt. Keine Sorge, ich hab ihn mit Lebensmittel versorgt. Nach 10 Tagen (Antibiotika waren verbraucht) war er noch einmal in der Legevakt. Der Arzt sagt zu ihm er solle wieder kommen. Jedoch wußte dort niemand davon und er wurde etwas herzlos behandelt.

Also ein guter Rat zum Schluss: Wenn ihr in Norwegen krank werdet, geht zur Legevakt!!!! Sucht euch auch nicht einfach einen Arzt!! Er wird euch nicht rannehmen!! Hier wird nämlich alles eingeteilt! In den Zeitungen stehen sogar Annonsen von den Ärzten: Haben Plätze frei für neue Patienten!!!
Skurril, ist aber Fakt!!

Das Krankenhaus in Bergen

Das folgende ist ein Erfahrungsbericht, welchen ich im März dieses Jahres verfasst habe:

Die gesundheitliche Versorgung in Norwegen ist leider nicht sehr gut. Das konnte ich schon in der zweiten Woche selbst miterleben.
Als ich mit meinen zwei Freunden in der Nacht zum Fjord wollten, bin ich ausgerutscht und hab mir dabei den Fuß umgeknickt. Ich dachte, nach einer Runde Schwimmen wird das wieder. Leider ist der Fuß nur noch mehr angeschwollen. Mein norwegischer Freund war so nett und hat uns ein Taxi bestellt. Ich hätte den Berg zurück nie im Leben bewältigt. Wir hofften ja noch, das zufällig ein Taxi vorbeikommt (wäre wesentlich günstiger). So weit draußen allerdings sehr unwahrscheinlich.
Zuhause wurde ich dann liebevoll verarztet. Mit Vanilleeis zur Kühlung, was ich auch essen sollte (das norwegische Vanilleeis ist aber nicht besonders). Ich konnte kaum schlafen.
Als meine Freundin von der Uni kam, hab ich ihr die Situation geschildert und sie hat mir sofort Krücken besorgt. Nach einem Gespräch mit den zwei Norwegern auf meinen Gang (wo ich damit hin muss), haben wir uns auf ins Krankenhaus gemacht. Natürlich sind wir eine Station zu früh ausgestiegen und ich konnte noch ewig laufen. Natürlich hat es auch wieder begonnen in Strömen zu regnen. Meine Freundin hat dann ein Rollstuhl besorgt und hat mich damit schnell ins Trockene gefahren. Der Wachtmeister kam uns dann schon entgegen. Es war nämlich nicht erlaubt Rollstühle zu nehmen. Er hat aber unsere Situation verstanden und so konnten wir den Rollstuhl weiter benutzen. Er sagte uns aber gleich, dass wir hier falsch seien. Wir müßten nicht ins Krankenhaus sondern zur Legevakt (eine Art Ärztehaus). Da ich völlig verzweifelt war, hat er in der Notaufnahme angerufen und die sagten, ich könnte kommen.
Da fing das Fiasko aber erst richtig an! Nach einer schnellen Aufnahme, saßen wir dann im "Warteraum". Immer wieder wurden alte Leute hereingefahren. Wir haben uns währenddessen die Ärzte angeschaut. Kaum hatte ich mein Kommentar zu einem Arzt abgegeben (er war jung und sah unheimlich süß aus), da kam er auf mich zu. Er hat mir dann den Fuß abgetastet, was teilweise sehr angenehm war. Ich war ganz stolz auf mich, dass ich nur Norwegisch mit ihm geredet habe! Dann sagte er mir, dass ich geröngt werden muss und ich im Krankenhaus falsch bin (das würde mir noch mehrmals deutlich zu verstehen gegeben). Als wir gehen wollten, kam der Arzt und sagte ich könnte doch jetzt geröngt werden. Kaum hatte ich meinen Fuß wieder freigelegt, wurde das wieder abgesagt. Als ich dann wieder angezogen war, kam die Schwester und sagte das ich einer halben Stunden einen Termin in der Röntgenabteilung habe.
Röntgen! Sehr merkwürdig in Norwegen! Das war nämlich auch eine Odyssee! Wenigstens habe ich so fast das ganze Krankenhaus kennengelernt. Ich wurde nämlich als erstes von der Schwester zum Röntgen gebracht. Dort empfing mich dann ein netter Herr, der Deutsch/Norwegisch mit mir gesprochen hat, sehr sympatisch. Dann hab ich einen rosa Zettel in die Hand gedrückt bekommen "Ferdig med røntgen tilbake til akkutt motak" (fertig mit röntgen zurück zur Notaufnahme). Nach 5 Minuten kam ein netter Herr und hat mich dann schnell zurück gefahren (dabei haben wir über Berlin gesprochen). Nach einer halben Stunde kam dann mein Arzt wieder und hat mir gesagt, dass ich noch einmal geröngt werden muss. Also wurde ich noch einmal hin gefahren und diesmal wurde ich gleich von drei Ärzten geröngt!!! Dann kam endlich der Höhepunkt der ganzen Geschichte. Ich hatte ja schon Angst vor einem Gips. Der Arzt sagte aber ganz nüchtern, der Fuss ist nur verstaucht und hat mir eine Bandage angelegt. Ich konnte dieses Resultat nicht wirklich glauben. Bin auch noch fast zwei Monate mit Krücken gelaufen, sonst hätte ich den Berg (was mir vom Arzt eigentlich verboten wurde) zur Uni nicht geschafft. Ich hatte einen wirklich ganz hübschen blauen Fuß (alles war blau unterhalb des Fußgelenks)

Wenigstens wurde ich mit dem Taxi zum Bustarif nach Hause gefahren. Leider war der Fahrstuhl defekt und ich mußte in den 8. Stock!!! Ich hab dann mein Zimmer für die nächsten Tage, bis ich zur Uni mußte, nicht verlassen!

Da ich ab und an immer noch Schmerzen im Fuß hatte, bin ich im Januar in Berlin bei einem Chirurgen gewesen. Als der die Röntgenaufnahmen sah (wurden neu gemacht), hat er nur mit dem Kopf geschüttelt. Es war nämlich was von dem Gelenkknochen abgeplatzt und das ist nicht richtig zusammen gewachsen. Ein Teil ist ins Muskelgewebe verwachsen und wenn das drückt, hab ich halt die Schmerzen. Wenn es im Sommer noch nicht besser ist, werde ich dann operiert. Tolle Aussichten!

Mein erster Eintrag

In meinen folgenden Einträgen werde ich zunächst mal meine Eindrücke aus Norwegen wiedergeben.
Von August 2006 bis Juni 2007 lebte ich nämlich in Bergen, der 2größten Stadt Norwegens, um dort zu studieren. Falls es in meinen Fähigkeiten liegt, werde ich auch ein paar meiner Bilder hier veröffentlichen. Ich male oder zeichne liebend gerne in meiner Freizeit.
Ab nächsten Dienstag fängt die Uni hier in Deutschland wieder an und sicher werde ich da auch ein paar Anekdoten preisgeben.

Bis demnächst. Vielleicht wechsel ich auch mal die Sprache um mein Norwegisch weiterhin zu praktizieren. Ansonsten sollte dieser Blog vorwiegend in Deutsch entstehen.